Zweckentfremdung, Recycling, Upcycling?
Ich denke Zweckentfremdung passt hier am Besten, aber schön ist das Wort nicht grade ….
Wie auch immer man es nennen will, ich finde es reizvoll Dinge anders zu nutzen als ursprünglich gedacht. Und als Seifensiederin habe ich natürlich immer ein Auge für schöne Seifenschalen bzw. andere Dinge, in denen das Potenzial für eine schicke Seifenablage schlummert.
Zusammen mit meiner Vetiverseife präsentiere ich den neuesten Zuwachs in meiner Seifenablagensammlung:
In ihrem ersten Leben war sie eine gläserne Apfelreibe, bis sie irgendwann anno 2011 auf dem Flohmarkt einer evangelischen Kirchengemeinde landete. Dort entdeckte ich sie und gab ihr einen neuen Wirkungskreis im Badezimmer. Sie hat alles, was eine gute Seifenablage braucht und noch dazu eine schöne Form, so dass auch große rechteckige Seifenstücke draufpassen.
Das unterhaltsame Textilbuch und andere Bücher
Es ist nicht so, dass ich Bücher nur zum Auseinandernehmen gern habe, nein ich verschlinge lese auch sehr gerne Romane und Krimis oder Fach- und Anleitungsbücher. Deshalb halte ich die Augen immer gerne nach Büchern aller Art auf. Eine tolle Sache sind für mich öffentliche Bücherschränke, die es wohl in immer mehr Städten gibt. Bei meinem letzten Besuch an einem Bücherschrank habe ich diese zwei Bücher gefunden, die nicht nur farblich zueinander passen sondern auch beide aus dem Jahr 1949 stammen.
Das Buch rechts habe ich nicht nur wegen seines hübschen Einbandes, sondern auch wegen dem schön altmodischen Titel “Herrn Buses absonderliche Brautfahrt” mitgenommen. Es spielt in den 1930ern, doch die Brautfahrt des Herrn Buse könnte im Grunde auch eine Vorlage für einen aktuellen Hollywood-Schinken oder eine Schmonzette für eins der Dritten Fernsehprogramme sein. Nach einigen Irrungen und Wirrungen gibt es (natürlich) ein Happy-End. Schon interessant, dass sich da innerhalb von fast 70 Jahren gar nicht so viel geändert hat. Außer natürlich die Sprache.
Das Unterhaltsame Textilbuch für Käufer und Verkäufer vom Rohstoff bis zur Fertigware musste nataürlich auch mit. Und schon mit dem ersten Satz fängt es sehr unterhaltsam an
Und es geht natürlich auch sehr informativ zu …
Und sogar einige Seiten zur Schirmherstellung gibt es:
Diese Bücher, ein Mitbringsel von Siggi, warten zusammen mit einigen andern auf eine Weiterverarbeitung.
Einige sind mittlerweile schon “ausgenommen”, Drahtbindeteile liegen bereit, bald können daraus Notizbücher werden.
Arbeitstitel Vetiver-Seife
Meine neueste Seife ist eine Soleseife. In der Duftmischung befindet sich ein großer Anteil an ätherischem Vetiveröl, deshalb erstmal dieser Arbeitstitel. Ein klein wenig geärgert hat mich die seife schon, denn in den Formen bildete sich um die Seifenstücke herum eine salzig-laugige Flüssigkeit, ich musste die Seifen nach dem Ausformen erstmal trockenlegen. So ganz klappte das bei den zum Teil vielen kleinen Vertiefungen nicht, so dass an diesen Stellen nun Salzkristalle die Seife zieren.
Mein Versuch, beim Arabesque-Tray, der hier zu sehen ist genauso vorzugehen wie beim Bubbles-Tray letztens ist leider nicht so gut gelungen. Diesmal habe ich nicht lange genug gewartet bis die weiße Masse in den Vertiefungen fest wurde.
Aber erstmal ein kleiner Blick ins Trockenregal:
Und zum Schluss, damit ihr nicht den Eindruck bekommt ich wäre total gefrustet von meiner Seife
Die Farbe gefällt mir gut: Rosa Tonerde kombiniert mit sehr hellen und allenfalls leicht gelblichen Ölen (kein Olivenöl diesmal). Und die Duftmischung mag ich auch, aber das ist kein Wunder, denn da ist neben Vetiver auch ne Menge ätherisches Fenchelöl – eines meiner liebsten ÄÖs – drin:
22g ÄÖ Vetiver
16g ÄÖ Fenchel
4g ÄÖ Elemi
4g ÄÖ Blutorange
4g ÄÖ Palmarosa
3g ÄÖ Lavendel
2g ÄÖ Coriander
Ein Hauch von rosa ist noch da.
Aber nur ein Hauch. Den Namen “Rosa Schweinchen” hat sie sich damit nun nicht verdient. Obwohl der zu den Inhaltsstoffen schon passen würde …
Verseift habe ich Kokosfett, Erdnussöl, Schweineschmalz, Rapsöl, Palmfett und Sesamöl und beduftet diesmal ganz ohne wilde Mischung sondern einfach nur mit einem Parfümöl, das so ähnlich wie die weltbekannte Creme in der blauen Dose riecht.
Neben dieser Trayform konnte ich noch ein paar Einzelformen füllen bevor der Seifenleim zu dick wurde. Ich wusste ja, dass das Parfümöl nicht einfach zu handhaben ist, so habe ich gleich viel Wasser dazugegeben und den Leim ganz ordentlich in die Formen bekommen, nur ein paar kleine Luftbläschen sind zu sehen.
Ich hatte das große Vergnügen neue Silikonformen für den Shop zu testen. Leider auch hier wieder einige Luftbläschen. Aber die Form ist soooo schön, da machen mir auch die wenigen kleinen Löcher nichts aus.
Und nicht nur die Motive, auch das Ausformen ist einfach ein Traum, auch bei extrem weichen Seifen die in anderen Formen hartnäckig festhängen. Nein, nicht diese hier, die ging mit Einsatz des Gefrierfaches ganz gut raus, aber die hier schon erwähnte erste Seife des Jahres hing hartnäckig fest – trotz einfrieren – nur aus dieser rosigen Herzform ließ sie sich spielend leicht ausformen.
Zwei mal “na ja” …
Erstmal: Sieden in der Seifenküche ist toll! Und die Brombeeren haben sich nicht in meiner Küche verteilt – wobei das bei unserer Farbgebung in der Küche vielleicht gar nicht das ganz große Fiasko gewesen wäre.
Aber: Der herrlich weiße Seifenleim verfärbte sich nach Zugabe des PÖ rosa!!! Und in der Zwischenzeit nimmt der Brombeersirup mehr und mehr geleeartige Konsistenz an!!!
Doch es besteht noch Hoffnung: Die Seife hellt sich vielleicht noch etwas auf beim Trocknen und Reifen und bisher lässt sich der Sirup durch vorheriges Schütteln auch wieder aus der Flasche rausbewegen.
(Und jetzt erst auf dem Foto fällt mir auf, dass die letzte Zeile bei der Inhaltsangabe bei einigen Etiketten abgeschnitten ist … och mensch … das ist wohl nicht mein Tag heute.)
Neuigkeiten …
aus der Küche aus den Küchen:
Aus meiner Küche habe ich die Seife verbannt. Natürlich nicht Seife an sich – am Spülbecken muss natürlich immer ein Stück Küchenseife hängen – und natürlich habe ich das Seife Sieden nicht aufgegeben! Aber letzteres findet da nicht mehr statt.
Ich habe mir eine kleine separate Seifenküche eingerichtet, die morgen eingeweiht wird. Für die erste Seife stehen Schweineschmalz, Kokosfett und Sesamöl bereit, dazu kommt dann vermutlich noch ein helles raffiniertes Rapsöl und der Einweihungsseife in schneeweiß oder vielleicht auch zweifarbig steht nichts mehr entgegen.
Nur der Duft fehlt noch … seit ich gestern Nicoles Rosmarinseife entdeckt habe schwebt mir ein puristischer klarer Duft vor. Aber ob ich das schaffen würde nur ein ätherisches Öl zu benutzen, ganz ohne Duftmischerei? Ich werde morgen berichten
Derweil entsteht in meiner Küche der totale farbliche Kontrast zur geplanten Seife aus diesen schwarzen Schönheiten:

Endlich wieder: Seife!
Erinnert sich noch jemand, dass ich mal Seife gesiedet hab? Ja, ich tue es immer noch
: Mittlerweile ist die zweite Seife für dieses Jahr entstanden. Die erste zeige ich später mal, denn sie hängt zum Teil noch in den Formen fest (viel Olivenöl und Wasser …) und zum Teil handelt es sich um ein kleines Geheimprojekt, das erstmal noch unter Verschluss bleiben muss. Dabei hat die Nummer 1 aus 2011 schon einen Namen, während das zweite Werk noch namenlos ist. Vielleicht hat ja jemand eine Idee für mich?
Eine Premiere bei dieser Seife ist: Sie wird doppelt gebloggt.
Aber jetzt erstmal das Wichtigste: FOTOS!

Ein Detail des noch nicht zerschnittenen Bubble-Trays:

Und dann nochmal im Detail die verrückten Vögel:

Ich habe mal wieder einen Duft selbst gemischt, diesmal mit tatkräftiger Unterstützung des Herrn an meiner Seite. Der Duft ist frisch aber kräftig mit einem starken zitrussigen Fundament. Vom Duftcharakter her würde man wohl sagen ein Herrensommerduft, aber ich finde der geht immer und ganz sicher auch für die Damen der Schöpfung – zumindest für die, die kräftige und ein wenig herbe Düfte lieben.
Die Mischung besteht rein aus ätherischen Ölen:
15g Wacholder
13g Mandarine
8g Petit Grain
5g Fichte
2g Lemongras
knapp 1g Dill
Dafür ist die Fettzusammenstellung diesmal klassisch – um nicht zu sagen unspektakulär: Palm, Kokos, Olive und Raps.
Vom Trödeln und von Büchern und Blumen
Die Flohmärkte in Frankfurt haben mich in letzter Zeit bis auf ein paar kleine Ausnahmen doch eher enttäuscht. Zum Trost gibt es aber den ein oder anderen Trödelladen in der Stadt – und ich hoffe ja, dass ich noch mehr entdecke. Bei einer Trödeltour vor ein paar Tagen bin ich in der Bücherecke buchstäblich versackt und kam nach einer ganzen Weile erst mit einem großen Stapel an Büchern raus.
Ich mache es erstmal noch etwas spannend und zeige die schönen Buchdeckel noch nicht, die mich zum Kauf verleitet haben, denn die werde ich bald zu Notiz-Büchern verarbeiten. Davon wird es dann in 3 – 17 Wochen Fotos hier zu sehen geben
. Aber es sind auch einige Bücher zum lesen und schmökern dabei, z.B. Der kleine Prinz in einer schönen großformatigen Ausgabe oder das Buch PapierKunst, in dem es ums Papierschöpfen und mehr geht.
Das kleine Frankfurt-Lexikon aus den 60er/70er-Jahren wird natürlich auch nicht zerschnippelt, sondern (um einen eleganten Übergang zum nächsten Thema hinzukriegen …) in der Frühlingssonne durchgeblättert.
Hier frühlingt es nämlich, wie der schreibende Herr von da do heute festgestellt hat.
Und weil’s so schön ist noch eins …
Wieder da.
Ich bin noch da und ich bin auch noch kreativ! Im letzten Jahr bin ich was das Bloggen angeht etwas aus dem Tritt gekommen. Nachdem es zunächst zeitliche und technische Hindernisse waren habe ich irgendwann einfach nicht mehr den richtigen Einstieg gefunden. Aber vielleicht heute?
Vom letzten August ist mein letzter Eintrag hier. Die vielen Seifen, die ich im Juli und August gesiedet habe blieben unveröffentlicht und genauso einige andere Ergebnisse kreativen Schaffens.
Als ich im Herbst mal wieder etwas für mich ganz neues ausprobierte dachte ich erstmals wieder an einen Blogeintrag. Und ein Bericht zu meinem ersten (bisher aber auch einzigen) Glasperlendrehkurs wäre doch wirklich mal einen Eintrag wert gewesen! Aber wie ihr seht habe ich es doch nicht geschafft einen zu schreiben. So widme ich meinen Wiedereinstiegseintrag etwas weniger spektakulärem, nämlich dem Nähen. In der letzten Woche habe ich anlässlich eines Geburtstagsgeschenkes und eines bevorstehenden Tauschs mit Julie wieder mal die Nähmaschine bemüht. Nebenbei habe ich mich durch das Netz inspirieren lassen und folgendes kleine Tutorial gefunden:
“Gathered round Basket” von A Spoonful of Sugar
Oft genug werden solche Entdeckungen “nur” zu Lesezeichen im Browser, aber diesmal hab ich es gleich umgesetzt.
Sehr einfach und schnell genäht, praktisch und dekorativ. vielleicht gibt es eine Fortsetzung davon?
Dass es eine Fortsetzung in diesem Blog geben wird habe ich mir jedenfalls fest vorgenommen.
Lieblingsfarbe in Keramik
Anfang des Jahres habe ich nochmal einen Töpferkurs gemacht – diesmal “Töpfern auf der Scheibe”. Anstrengend war’s, aber ein paar schöne Teile sind dabei rausgekommen. Es sind gewiss alles keine Meisterwerke, ich bezweifle auch dass ich soweit jemals komme
, aber für’s erste Mal und selbstgemacht bin ich ganz stolz drauf.

Der Kurs war schon Anfang des Jahres, aber die letzten Teile – zwei Schüsselchen in grün und Tasse und Kännchen in naturfarben – konnten jetzt erst gebrannt und abgeholt werden. Ein paar Frühlingsfarben im (fast) Frühherbst.


















