Archiv für die Kategorie „Seife“
Wenn die Küche zur Seifenküche wird …
dann macht es natürlich am meisten Spaß wenn nicht alle Zutaten und Gerätschaften gleich wieder weggeräumt werden müssen nachdem ja eben erst alles präpariert wurde. Deshalb war gestern Seifentag und ich habe nach der ersten Seife gleich weiter gesiedet. Die gute alte Spülmaschine lief quasi im Dauerlauf um alle Gerätschaften schnell wieder von halbverseiften Seifenresten zu befreien damit es weitergehen konnte.
Zuerst war eine Ringelblumenseife mit Einlegern dran, danach ein Luxusstückchen aus Avocadoöl, Babassu und Shea, dann kam eine Salzseife in drei Varianten dran und zu guter letzt eine würdige Nachfolgerin für die Terra Rossa.
Und heute überlege ich schon mit welcher Seife es weitergehen könnte: Kaffeeseife? Lavendel? Eine Neuauflage der Fruchtwucht? Salzseife mit Babassuöl?
Und was lese ich da grade bei Seabiscuit? Dort ist der Seifenvirus schon vor ein paar Tagen ausgebrochen! Bei mir war die Inkubationszeit etwas länger, aber keine Frage: ich habe mich wohl auch bei dem erwähnten Treffen neu infiziert.
Ringelminze VI
Nachdem ich letztens schon mit der mickrigen Ringelblumenernte dieses Jahr gehadert hatte und mich dann dazu entschieden habe ganz schnell eine Ringelminzeseife zu sieden bevor es zu spät ist und gar keine mehr da sind blühen sie nun als gäbe es kein Morgen. Tja was tun? Soll ich direkt eine zweite Ladung Ringelminzeseife sieden, wo die Gelegenheit so günstig ist und die Seife hier so beliebt? Also Nummer sieben direkt im Anschluss? Oder eine reine Ringelblumenseife? Oder beides?
Dabei sind noch “Reste” der Ringelminze VI da die in einer ganz anderen Seife verarbeiten werden wollen.
Aber erstmal zeige ich euch ein Foto der Nummer sechs – etwas grüner als die Vorgänger, aber ebenfalls wieder im Topf marmoriert und ähnlich beduftet:

Ganz kurz reingeschneit
Grade bin ich mal wieder hier unterwegs. Ich sag nur “Ringelminze VI.” … und bin wieder schnell weg am Seifentopf.
Die Neue
.. ist ein Beweis dafür dass ich noch siede! Im Moment leider viel seltener als ich gerne würde, aber: Kommt Zeit kommt auch mehr Zeit (für viele neue Seifen und Experimente)!
Vor ein paar Wochen entstand eine Seife in Frühlingsfarben und in teils neuen flower-powerigen Formen.

Die Seife riecht geheimnisvoll, warm aber trotzdem auch frisch und frühlingshaft.
Je ca. 20% Olivenöl und Sheabutter, je 15% Traubenkernöl, Palmkernöl und Sesamöl, dazu noch Palmöl, Kakaobutter und Rizinusöl.
Nicht so minimalistisch wie bei einigen meiner letzten Seifen aber dafür lauter feine Sachen.
Diesmal war die Seife trotz Wasserreduktion dank der vielen sehr weichen Öle nach ziemlich weich und ließ sich nicht ohne vorherigen Aufenthalt in eisiger Tiefkühlkälte ausformen. Zumindest die auf dem Foto. Die 3D-Formen haben mich was das ausformen angeht hier ziemlich überrascht: Keinerlei Probleme und superglatte Seifen.
Blumengarten
Wie letztens schon angedeutet habe ich noch eine andere Blumenduftseife gesiedet. Eine wilde Mischung unterschiedlicher Blumendüfte ergibt hier einen absolut klassischen Seifenblumenduft. Dieser hat die Seifenmasse leider auch ziemlich schnell andicken lassen, daher ist sie außen auch nicht so schön glatt geworden.
Aber mit dem Duft und der Farbe verbreitet sie so richtig Frühlingsstimmung!

Zusammensetzung:
43% Sheabutter
25% Kokosnussöl
20% Walnussöl
12% Rapsöl
Ausgeformt – 10 Tage später
So sieht die Seife mittlerweile aus: Eine fast schwarze Venus.
Die Seifenform ist übrigens der so genannten Venus von Willendorf nachempfunden – einer Kalksteinfigur aus der Altsteinzeit – schlappe 27.000 Jahre alt.

Aber bei den ausführlichen Berichten über die Farbveränderung will ich es nicht belassen, denn das was da so schön dunkelbitterschokobraun geworden ist hat es auch in sich. Ich habe zum ersten Mal mit richtig viel Kürbiskernöl gearbeitet und ich bin schon gespannt aufs erste Anwaschen der Seife.
Im Rezept tummeln sich:
50% Sheabutter
33% Kürbiskernöl und
17% Palmkernöl
Dazu kamen nur noch Lauge, Ziegenmilch und Vanillin – ziemlich puristisch.
Überfettet habe ich die Seife aufgrund der superpflegenden Fette “nur” 6%.
Und weil ich die Seife so schön finde – nicht nur als Venus – noch ein Foto:

Aber da war doch noch was … Genau: Die zweite ausgeformte Seife. Ebenfalls 10 Tage “danach” wieder fotografiert:

Diese Seife ist auch nochmal deutlich dunkler geworden, aber die Farbe gefällt mir nicht so gut wie die der Anderen. Die kleinen roten Akzente sind zwar ganz nett, aber das Braun ist trotzdem irgendwie so durchschnittlich und nichtssagend …
Auch zu der Seife noch ein paar Worte zu den “inneren” Werten:
Ich habe 80% kaltgepresstes Rapsöl und 20% Kokosfett verseift. Dazu kam noch ein klein wenig Salz in die Lauge und ein herb-süßer Duft nach Ingwer, Moschus, Orange und Honig.
Da ich die Seife in eine Tray-Form gegossen und warm eingepackt hatte gelte sie sehr schön, ließ sich super ausformen und war direkt schön fest. Kleinere Einzelförmchen, die ich nicht isoliert hatte hatten keine Chance auf eine Gelphase und blieben dadurch auch viiiiel weicher. So auch dieses immer noch nicht ausgeformte Stück:

Ausgeformt – 2 Tage später
Diese Fotos sind jetzt ganz frisch von heute nachmittag.
Die Vanille-Kürbisseife ist schon extrem nachgedunkelt. Man konnte praktisch zuschauen wie sie stündlich dunkler wurde. Ich bin gespannt ob sich das noch steigert. Der Rückenfarbe der Venus nach zu urteilen (man sieht auch auf dem Foto einen dunkleren rand von der Rückseite her) wird sie noch dunkler.

Die Rapsseife ist dezenter nachgedunkelt, da ist eben viel weniger bräunender Duftstoff drin. Aber ich denke da geht auch noch was …
Trotzdem schade irgendwie. Das gelb war so schön!
Frisch ausgeformt …
habe ich meine beiden neuesten Seifen am Samstag. Direkt danach habe ich sie fotografiert, denn so wie am Samstag und so wie auf den Fotos werden die Seifen nie wieder aussehen. Beide Seifenleime habe ich mit verfärbenden Düften beduftet. Diese verfärben die Seife mit der Zeit bei Luftkontakt braun. Jetzt sehen sie schon ganz anders aus als auf den Fotos – heute oder morgen wird es noch ein Update mit neueren Fotos geben. Aber erstmal so wie sie waren:
Die erste Seife ist mit Vanillin beduftet, das die Seife mit der Zeit dunkelschokobraun werden lässt. Dass sie hier auf dem Foto schon karamellfarben ist liegt an dem verwendeten Kürbiskernöl. An der Herzseife links im Bild sieht man, wie die braune Farbe sich dort schon begonnen hat breit zu machen wo die Seife nicht mehr fest in der Form klebte, sondern sich schon gelöst hatte.

Nummero zwei enthält eine Mischung aus verschiedenen Düften, darunter auch ein Parfümöl mit Vanilleanteil. Hier ist die Grundfarbe ein schönes sattes gelb (gewesen) – kein Wunder, denn hier habe ich 80% goldgelbes kaltgepresstes Rapsöl verseift. Auch hier sieht man schon an der Unterseite, wo die Seife mit der Luft in Berührung kam eine leichte Braunfärbung.

Gefunden!
Voilà – die “verschwundenen” Bilder ließen sich dann doch recht leicht wiederfinden:

Ich fange mal beim Duft an, denn für die Duftmischung habe ich ätherisches Tagetesöl verwendet, das pur ziemlich intensiv … nach … eigentlich einfach sehr intensiv krautig nach Pflanze, aber auch ein wenig unangenehm riecht. Nachdem ich es schon länger immer mal wieder geöffnet und wieder zugemacht hatte habe ich mich jetzt (also im September eigentlich schon) an eine Duftmischung gemacht. Zusammen mit anderen Blumen- und blumigen Düften wurde daraus ein krautiger, etwas herber Blumenduft rein aus ätherischen Ölen gemischt:
13g ÄÖ Palmarosa
7g ÄÖ Geranium
7g ÄÖ Orange süß
7g ÄÖ Ho
4g ÄÖ Tagetes
2g ÄÖ Lavendel
Der Duft harmoniert in der fertigen Seife ganz schön mit dem leicht durchkommenden Lanolinduft und dem ebenfalls etwas herben und ganz charakteristischen Duft vom grünen Avocadoöl.
Nachdem die Seife jetzt schon ein paar Monate alt ist ist sie schön hart geworden und schäumt üppig.
Für Interessierte noch das ungefähre Rezept:
40% Sheabutter
23% Avocadoöl
19% Palmkernöl
18% Lanolin anhydrid
Lieder hat die Seife noch keinen Namen … vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee?
Blumengarten darf sie allerdings nicht heißen, denn der Name ist schon für einen Seifenblock vergeben, der gerade noch aufs Schneiden wartet.
Seifenfotos …
wollte ich eigentlich zeigen. Sie sind ja auch schon lange geschossen und waren ziemlich gelungen, nicht zu dunkel etc.
Aber jetzt finde ich sie nicht mehr! Dabei waren sie doch auf der Festplatte … ganz sicher … oder? Oder auf der anderen? Oder sind sie etwa auf dem Rechner meines Mannes gelandet?
Klar, die Seifen sind noch da, ich könnte ja neue Fotos machen. Aber eh ich das alles nochmal aufbaue suche ich lieber noch ein wenig und halte euch mit Vorankündigungen bei Laune.
Ich hätte da noch zu zeigen:
- eine Blumengartenseife, teilweise ungefärbt und hellgrün, nur mit ätherischen Ölen beduftet
- eine Seife mit versteckter
Marmorierung
- eine Lavendelseife und eine beim Schneiden auseinanderbröckelnde (ja, wieder mal Sole und zu spät geschnitten …) Seife
Ich geh dann nochmal Fotos suchen …