Archiv für Februar 2010

Es grünt so grün

Eine kleine Einkaufstour führte mich heute morgen in den französischen Supermarkt kurz hinter der Grenze. Ich stöbere gerne durch die Regale und schaue was es bei den Nachbarn für kulinarische Leckereien gibt. Heute war das eigentliche Ziel ein paar französische Köstlichkeiten für ein Geburtstagsgeschenk einzukaufen. Für meine Seifenküche kommt auch immer das ein oder andere Öl in den Einkaufswagen. Heute zum Beispiel Haselnussöl – noch ohne Bestimmung und feines Meersalz für eine Salzseife.

Ein kurzer Abstecher in einen Laden ohne Namen mit allerlei Haushaltswaren und Krimskrams bescherte mir dann noch diesen frühlingsfrischen Zuwachs fürs grüne Geschirrregal: Zwei süße Espressotassen mit Löffelchen.

Und tatsächlich: Nachdem die weiße Pracht weggetaut ist: Auch draußen kommt das Grün wieder zum Vorschein!

Ausgeformt – 10 Tage später

So sieht die Seife mittlerweile aus: Eine fast schwarze Venus.
Die Seifenform ist übrigens der so genannten Venus von Willendorf nachempfunden – einer Kalksteinfigur aus der Altsteinzeit – schlappe 27.000 Jahre alt.

Aber bei den ausführlichen Berichten über die Farbveränderung will ich es nicht belassen, denn das was da so schön dunkelbitterschokobraun geworden ist hat es auch in sich. Ich habe zum ersten Mal mit richtig viel Kürbiskernöl gearbeitet und ich bin schon gespannt aufs erste Anwaschen der Seife.
Im Rezept tummeln sich:
50% Sheabutter
33% Kürbiskernöl und
17% Palmkernöl
Dazu kamen nur noch Lauge, Ziegenmilch und Vanillin – ziemlich puristisch.
Überfettet habe ich die Seife aufgrund der superpflegenden Fette „nur“ 6%.

Und weil ich die Seife so schön finde – nicht nur als Venus – noch ein Foto:

Aber da war doch noch was … Genau: Die zweite ausgeformte Seife. Ebenfalls 10 Tage „danach“ wieder fotografiert:

Diese Seife ist auch nochmal deutlich dunkler geworden, aber die Farbe gefällt mir nicht so gut wie die der Anderen. Die kleinen roten Akzente sind zwar ganz nett, aber das Braun ist trotzdem irgendwie so durchschnittlich und nichtssagend …

Auch zu der Seife noch ein paar Worte zu den „inneren“ Werten:
Ich habe 80% kaltgepresstes Rapsöl und 20% Kokosfett verseift. Dazu kam noch ein klein wenig Salz in die Lauge und ein herb-süßer Duft nach Ingwer, Moschus, Orange und Honig.
Da ich die Seife in eine Tray-Form gegossen und warm eingepackt hatte gelte sie sehr schön, ließ sich super ausformen und war direkt schön fest. Kleinere Einzelförmchen, die ich nicht isoliert hatte hatten keine Chance auf eine Gelphase und blieben dadurch auch viiiiel weicher. So auch dieses immer noch nicht ausgeformte Stück:

Ausgeformt – 2 Tage später

Diese Fotos sind jetzt ganz frisch von heute nachmittag.
Die Vanille-Kürbisseife ist schon extrem nachgedunkelt. Man konnte praktisch zuschauen wie sie stündlich dunkler wurde. Ich bin gespannt ob sich das noch steigert. Der Rückenfarbe der Venus nach zu urteilen (man sieht auch auf dem Foto einen dunkleren rand von der Rückseite her) wird sie noch dunkler.

Die Rapsseife ist dezenter nachgedunkelt, da ist eben viel weniger bräunender Duftstoff drin. Aber ich denke da geht auch noch was …

Trotzdem schade irgendwie. Das gelb war so schön!

Frisch ausgeformt …

habe ich meine beiden neuesten Seifen am Samstag. Direkt danach habe ich sie fotografiert, denn so wie am Samstag und so wie auf den Fotos werden die Seifen nie wieder aussehen. Beide Seifenleime habe ich mit verfärbenden Düften beduftet. Diese verfärben die Seife mit der Zeit bei Luftkontakt braun. Jetzt sehen sie schon ganz anders aus als auf den Fotos – heute oder morgen wird es noch ein Update mit neueren Fotos geben. Aber erstmal so wie sie waren:

Die erste Seife ist mit Vanillin beduftet, das die Seife mit der Zeit dunkelschokobraun werden lässt. Dass sie hier auf dem Foto schon karamellfarben ist liegt an dem verwendeten Kürbiskernöl. An der Herzseife links im Bild sieht man, wie die braune Farbe sich dort schon begonnen hat breit zu machen wo die Seife nicht mehr fest in der Form klebte, sondern sich schon gelöst hatte.

Nummero zwei enthält eine Mischung aus verschiedenen Düften, darunter auch ein Parfümöl mit Vanilleanteil. Hier ist die Grundfarbe ein schönes sattes gelb (gewesen) – kein Wunder, denn hier habe ich 80% goldgelbes kaltgepresstes Rapsöl verseift. Auch hier sieht man schon an der Unterseite, wo die Seife mit der Luft in Berührung kam eine leichte Braunfärbung.

Gefunden!

Voilà – die „verschwundenen“ Bilder ließen sich dann doch recht leicht wiederfinden:

Ich fange mal beim Duft an, denn für die Duftmischung habe ich ätherisches Tagetesöl verwendet, das pur ziemlich intensiv … nach … eigentlich einfach sehr intensiv krautig nach Pflanze, aber auch ein wenig unangenehm riecht. Nachdem ich es schon länger immer mal wieder geöffnet und wieder zugemacht hatte habe ich mich jetzt (also im September eigentlich schon) an eine Duftmischung gemacht. Zusammen mit anderen Blumen- und blumigen Düften wurde daraus ein krautiger, etwas herber Blumenduft rein aus ätherischen Ölen gemischt:

13g ÄÖ Palmarosa
7g ÄÖ Geranium
7g ÄÖ Orange süß
7g ÄÖ Ho
4g ÄÖ Tagetes
2g ÄÖ Lavendel

Der Duft harmoniert in der fertigen Seife ganz schön mit dem leicht durchkommenden Lanolinduft und dem ebenfalls etwas herben und ganz charakteristischen Duft vom grünen Avocadoöl.
Nachdem die Seife jetzt schon ein paar Monate alt ist ist sie schön hart geworden und schäumt üppig.

Für Interessierte noch das ungefähre Rezept:

40% Sheabutter
23% Avocadoöl
19% Palmkernöl
18% Lanolin anhydrid

Lieder hat die Seife noch keinen Namen … vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee?
Blumengarten darf sie allerdings nicht heißen, denn der Name ist schon für einen Seifenblock vergeben, der gerade noch aufs Schneiden wartet.