Schneiden. Oder: Marmorieren – und dann?

Ich gebe es zu: Einen Artikel zum Thema Seife schneiden hatte ich schon seit dem Marmoriertechnikeintrag vom Februar vor … besser spät als nie 😉 … ich hoffe, es sind trotz der anhaltenden Flaute hier noch ein paar Leser da draußen, die das auch so sehen.

Hat man einen Seifenblock mehr oder weniger erfolgreich marmoriert und er ist bereit zum Schneiden sind die Gestaltungsmöglichkeiten noch lange nicht zu Ende! Durch die Art des Schneidens ergeben sich ganz unterschiedliche Effekte.
Erstens: Ganz klassisches Schneiden des Seifenblocks: Eine „Scheibe“ nach der anderen wird vom Block abgeschnitten. Je nach Marmorierung, Seifenleimdicke etc. ergeben sich feine oder grobe Marmorierungen, tropfenförmige Einschlüsse, wolkige Marmorierungen oder Gebilde, die einer CT-Aufnahme ähneln.
Was auch immer man zu Gesicht bekommt, man darf sich nicht scheuen auch mal anders zu schneiden, so bekommt die Seife mitunter ein ganz anderes Gesicht! (Lies: Auch nicht so schönen Marmorierungen kann so vielleicht doch noch ein wenig Charme entlockt werden.)
Zweitens: Quer Schneiden: Der Seifenblock wird theoretisch der Länge nach (ein oder mehrmals) horizontal durchgeschnitten. Praktisch mache ich es folgendermaßen: Ich schneide mir einen recht großen Klotz vom Block mit den Seitenmaßen des zukünftigen Seifenstücks ab (er ist nun nur 2-3 mal so dick wie ein normales Stück Seife), stelle diesen wiederum auf seine Schnittfläche und kann dann bequem von oben nach unten „Scheiben“ herunterschneiden, zwei oder drei je nach Dicke des Blocks. Gerade bei feinen Marmorierungen und solchen bei denen man den Seifenleim über die gesamte Länge der Form gegossen hat erhält man so einen schönen Maßerungseffekt.

Beispiele gefällig? Das sind größtenteils wieder keine neuen Seifen, aber zeigen ganz gut die verschiedenen Ergebnisse bei den verschiedenen Schnitten.
CT-Bild (Vertikalschnitt) rechts im Bild versus Horizontalschnitt links:

Klassisch vertikal geschnitte Seifenstücke hinten, stehend und aus dem gleichen Seifenblock horizontal geschnittene Seifenstücke, vorne liegend.

Ein Seifenblock, aufgeschnitten und „aufgeklappt“:

Vom gleichen Block: vertikal geschnitten:

Im linken Bild liegen alle Seifenstücke quasi in einer „Richtung“. In der Mitte ein ganz normales klassisch vertikal vom Block geschnittenes Stück, links und rechts daneben zwei „Blöcke“ die ich vom großen Seifenblock abgeschnitten habe und nochmal zerteilt habe. Rechtes Bild: Voilà, so unterschiedlich kann’s aussehen!

Weitere Beispiele für verschiedene Schnittrichtungen: Cool Water Seife, Ringelminze die Dritte.

Das horizontale Schneiden eignet sich auch bestens, wenn der Seifenblock sehr hoch geworden ist und die Seifenstücke sonst zu groß wären. Ich schneide einen Seifenblock auch gern zur Hälfte so, zur andern Hälfte anders. Dann gibt es die unterschiedlichsten Marmorierungen und ich kann mir große dicke und kleine dünne und kleine dicke und und und … Seifenstücke herausschneiden.

2 Kommentare zu „Schneiden. Oder: Marmorieren – und dann?“

  • Ritterstern says:

    Liebe Heide,

    wieder einmal ganz vielen Dank für die tollen Tips!!
    Dank Deiner ausführlichen Marmorierbeschreibungen bekomme ich inzwischen auch tolle Marmorierungen hin 😉
    Und auf die Idee, einen Seifenblock „mal anders“ zu schneiden, bin ich auch noch nicht gekommen.

    LG
    Martina

  • Heinz Tindl says:

    Liebe Heide,
    übers Serven auf Seifenseiten bin ich auf Ihre Seite gekommen und finde sie sehr schön und interessant. Besonders interessiert bin ich an Seifenanleitungen, wie ich sie bei Ihnen hier gefunden habe und möchte Sie fragen bzw. bitten, Ihre Anleitung des Marmorierens für „unsere Seifenschule“ zur Verfügung zu stellen.

    Über eine diesbezügliche Antwort würde ich mich sehr freuen!

    Mit seifigen Grüßen,
    Heinz Tindl