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Freesia

Sie riecht frisch, blumig und grün. Dazu passend auch die Farbe: Grün! (Außerdem passt die Seife so auch wunderbar in diese Seite rein, oder?)

Ich habe gleich eine große Menge gesiedet und zwei Seifenblöcke gegossen. In die größere Blockform habe ich lange cremeweiße Seifenstangen eingebettet. Die Seifenstangen stammen von der Seife „Adam & Eva“. Davon hatte ich einen Teil des weißen Seifenleims in eine Blockform gegossen. Diesen Block habe ich dann der Länge nach in Stangen geschnitten. Das Einbetten hat hier trotz der langen Lagerzeit sehr gut funktioniert, denn Adam & Eva ist eine eher weiche Seife und ich habe den Block erst vor dem Sieden von Freesia in Stangen geschnitten und nochmal mit Wasser angefeuchtet, so haben sich neue und alte Seife gut verbunden.
In eine zweite kleinere Blockform habe ich eine Schicht-Konfettiseife gegossen: Oben und unten je eine dünne Schicht hellgrüne Seifenmasse und in der Mitte die dunkler grüne Seifenmasse mit einer ganzen Menge „Seifenschnipseln“ vermischt. Diese Stücke habe ich zum Teil mit dem Wellenschneider geschnitten. Der ist mittlerweile übrigens auch im Shop zu haben.

Beim Rezept habe ich mich diesmal auf 4 Öle beschränkt: 35% Rapsöl (z.T. kaltgepresst, leider leider hat mein Vorrat nicht mehr ganz gereicht, so habe ich noch raffiniertes dazugegeben. Seit Fruchtwucht bin ich nämlich ein großer Fan von kaltgepresstem Rapsöl in Seife!), 30% Palmöl, 25% Kokosöl, 10% Jojobaöl. 8% überfettet.

Seifenbilder

Es ist mal wieder Zeit dafür! So einige Seifen, die nun schon seit ein paar Monaten reifen habe ich noch gar nicht richtig hier vorgestellt. Deswegen gibt es heute mal einen Seifenrundumschlag:

Sandelholzseife – Dezember 2007
Die hatte ich schon ganz nebenbei in meiner „Abhandlung“ zum Marmorieren gezeigt:

Beduftet mit naturidentischem Sandelholz- und Geraniumöl und schon Ende letzten Jahres gesiedet.

Viva Colonia – Januar 2008
Beim Ansetzen der Duftmischung habe ich mich zuerst an einem Kölnisch-Wasser-Rezept orientiert, aber dann wurde sie doch anders. Der Name ist geblieben. Der Duft setzt sich unter anderem zusammen aus: Bergamotte, Basilikum, Tangarine, Eichenmoos, Petit Grain. Insgesamt sehr frisch! Auf Wunsch einer einzelnen Dame 😉 die genaue Duftmischung:
19g Bergamotte n.i.
6g ÄÖ Basilikum
4g ÄÖ Tangarine
4g PÖ Oakmoss
4g ÄÖ Petit Grain
3,2g ÄÖ Zitrone
3,1g PÖ Orangenblüte
2,7g ÄÖ Blutorange
2,5g ÄÖ Mandarine
2,1g ÄÖ Palmarosa
0,4g ÄÖ schwarzer Pfeffer

Verseift habe ich Erdnuss-, Oliven-, Kokos- und Palmöl, sowie Kakao- und Sheabutter.
Einige Einzelförmchen, in die ich zunächst anders gefärbte Seifenmasse gestrichen habe und dann mit blauer Seifenmasse aufgefüllt:

Einen anderen Teil der Seifenmasse habe ich im Block marmoriert, Bilder davon waren schon im letzten Eintrag zu sehen:

Plumeria Seife – Januar 2008
Bei dieser Seife habe ich zunächst erst nur sehr wenig gerührt, da das Parfümöl zum schnellen Festwerden neigt. In der Form hat die Masse sich dann wieder getrennt. Alles zurück in den Topf, etwas Wasser dazu, fleissig mit dem Stabmixer gerührt, dann konnte ich die Masse sogar auch noch in Einzelformen füllen! Leider blieb sie durch das zusätzliche Wasser und das verwendete Sesamöl sehr lange weich und beim Fototermin waren die rosa und hellblauen Plumerias aus den Einzelformen noch nicht ausformbar.

Solemilchseife – Februar 2008
Diese Seife enthält Sole, sowie Schafsmilch- und Büffelmilchpulver, eine frisch-blumige Duftmischung und verseiftes Olivenöl (58%), Kokosöl und Sheabutter (je 16%), Sesamöl (6%) und Sonnenblumenöl (4%).

Rosenseife und Rula – April 2008
Diese beiden Seifen habe ich mal wieder mit meiner Schwester zusammen gesiedet:

Eine Rosenseife (welche von beiden das ist, ist ja nicht schwer zu erraten, oder? 😉 ), die leider ziemlich andickte, aber dennoch ist die Marmorierung ganz nett geworden finde ich. Und eine frische sehr seifig riechende Seife mit einer erprobten Duftmischung (da könnte ich mich wirklich reinlegen!) und viel filigranerer Marmorierung.
Beide Seifen entstanden aus der gleichen Seifenmasse. Die Unterschiede in der Marmorierung ergeben sich einfach daraus, dass die Rosenseife schnell und eher apfelmusartig fest wurde, da war ein klassisches Marmorieren nicht wirklich möglich, das war eher ein Klecksen der verschiedenen Farben in die Form. Die rote Lebensmittelfarbe, die wir bei dieser Seife verwendet haben neigt auch eher dazu die Marmorierung eher schwammig aussehen zu lassen. Aber für mich passt das absolut zur Rosenseife dazu! Meine letzte sah auch so aus 🙂
Die andere Seifenmasse blieb zwar auch nicht vorbildlich flüssig, aber wurde eher sachte und so wie man es sich eben vorstellt puddingartig, so war das Marmorieren doch erheblich einfacher und im Ergebnis auch ganz anders.

Schneiden. Oder: Marmorieren – und dann?

Ich gebe es zu: Einen Artikel zum Thema Seife schneiden hatte ich schon seit dem Marmoriertechnikeintrag vom Februar vor … besser spät als nie 😉 … ich hoffe, es sind trotz der anhaltenden Flaute hier noch ein paar Leser da draußen, die das auch so sehen.

Hat man einen Seifenblock mehr oder weniger erfolgreich marmoriert und er ist bereit zum Schneiden sind die Gestaltungsmöglichkeiten noch lange nicht zu Ende! Durch die Art des Schneidens ergeben sich ganz unterschiedliche Effekte.
Erstens: Ganz klassisches Schneiden des Seifenblocks: Eine „Scheibe“ nach der anderen wird vom Block abgeschnitten. Je nach Marmorierung, Seifenleimdicke etc. ergeben sich feine oder grobe Marmorierungen, tropfenförmige Einschlüsse, wolkige Marmorierungen oder Gebilde, die einer CT-Aufnahme ähneln.
Was auch immer man zu Gesicht bekommt, man darf sich nicht scheuen auch mal anders zu schneiden, so bekommt die Seife mitunter ein ganz anderes Gesicht! (Lies: Auch nicht so schönen Marmorierungen kann so vielleicht doch noch ein wenig Charme entlockt werden.)
Zweitens: Quer Schneiden: Der Seifenblock wird theoretisch der Länge nach (ein oder mehrmals) horizontal durchgeschnitten. Praktisch mache ich es folgendermaßen: Ich schneide mir einen recht großen Klotz vom Block mit den Seitenmaßen des zukünftigen Seifenstücks ab (er ist nun nur 2-3 mal so dick wie ein normales Stück Seife), stelle diesen wiederum auf seine Schnittfläche und kann dann bequem von oben nach unten „Scheiben“ herunterschneiden, zwei oder drei je nach Dicke des Blocks. Gerade bei feinen Marmorierungen und solchen bei denen man den Seifenleim über die gesamte Länge der Form gegossen hat erhält man so einen schönen Maßerungseffekt.

Beispiele gefällig? Das sind größtenteils wieder keine neuen Seifen, aber zeigen ganz gut die verschiedenen Ergebnisse bei den verschiedenen Schnitten.
CT-Bild (Vertikalschnitt) rechts im Bild versus Horizontalschnitt links:

Klassisch vertikal geschnitte Seifenstücke hinten, stehend und aus dem gleichen Seifenblock horizontal geschnittene Seifenstücke, vorne liegend.

Ein Seifenblock, aufgeschnitten und „aufgeklappt“:

Vom gleichen Block: vertikal geschnitten:

Im linken Bild liegen alle Seifenstücke quasi in einer „Richtung“. In der Mitte ein ganz normales klassisch vertikal vom Block geschnittenes Stück, links und rechts daneben zwei „Blöcke“ die ich vom großen Seifenblock abgeschnitten habe und nochmal zerteilt habe. Rechtes Bild: Voilà, so unterschiedlich kann’s aussehen!

Weitere Beispiele für verschiedene Schnittrichtungen: Cool Water Seife, Ringelminze die Dritte.

Das horizontale Schneiden eignet sich auch bestens, wenn der Seifenblock sehr hoch geworden ist und die Seifenstücke sonst zu groß wären. Ich schneide einen Seifenblock auch gern zur Hälfte so, zur andern Hälfte anders. Dann gibt es die unterschiedlichsten Marmorierungen und ich kann mir große dicke und kleine dünne und kleine dicke und und und … Seifenstücke herausschneiden.

Marmorieren

Das Marmorien ist definitiv meine liebste Seifengestaltungstechnik. Einbettungen und Einleger mache ich hin und wieder auch, aber das bedarf doch immer ein bisschen Planerei. Und eine schöne Schichtseife habe ich nur einmal gesiedet. Dazu bin ich einfach zu ungeduldig. Marmorieren geht eigentlich immer und ich war bisher auch meistens mit den Ergebnissen zufrieden. Außerdem bleibt es spannend bis zum Schluß und die Marmorierung ist jedes mal anders.

Marmorieren im Topf ist dabei mein Favorit! Die Farben lassen sich gleichmäßig verteilen und ich vermeide das Problem zum Schluss von einer Farbe noch viel übrig zu haben weil ich mich bei den Mengen verschätzt habe. Mit dieser Technik ist es viel leichter die Marmorierung bis in alle Ecken eines Seifenblocks zu bringen was natürlich ganz besonders auch für Einzelförmchen gilt. Ich habe nämlich noch keine schön marmorierte Einzelseife per Marmorkuchentechnik hinbekommen.

Unter Marmorkuchentechnik verstehe ich das Marmorieren in der Form. Je nach Seifenmasse, Geschick und Übung ergibt das auch schöne Seifenstücke. Anfangs habe ich eher solche Stücke produziert wo eine Farbe eher unten und zweite Marmorierfarbe eher oben verteilt war:

Bei diesen beiden Seifen habe ich genau wie beim Marmorkuchen noch mit einem Löffelstiel mit kreisenden Bewegungen marmoriert. Entweder aufgrund fester Masse oder geringer Eingießhöhe ist die Marmorierung nicht weit nach unten vorgedrungen.
Das ist natürlich eine Sache der persönlichen Vorliebe, aber mir gefällt es nicht so gut.

Mit mehr Übung habe ich aber auch schönere Stücke hinbekommen:

Dabei ist es von Vorteil wenn die Seifenmasse noch eher Suppenkonsistenz hat.

Bei dieser Seife habe ich die verschiedenfarbigen Massen abwechselnd aus verschiedenen Höhen in die Blockform gegossen. Je höher ich das Gefäß zum Ausgießen halte und je dicker der Strahl desto tiefer dringt die zu gießende Masse in die schon gegossene Masse in der Form ein. Nehme ich nur etwas Seife in eine Kelle und lasse nur ganz wenig davon in die Form laufen dann bleibt die Masse eher an der Oberfläche.
Ein zusätzliches Marmorieren mit einem Löffel in der Form hätte bei der sehr dünnflüssigen Seifenmasse und der eh schon relativ filigranen Verteilung für eine zu starke Vermischung gesorgt.

Aber jetzt zum Marmorieren im Topf:

Die Seifenmasse wird auf mehrere Gefäße verteilt und gefärbt. Ein Teil kann im großen Topf bleiben. Nach und nach werden die andersfarbigen Massen wieder dazugeschüttet. Wenn meine Seifenmassen zu diesem Zeitpunkt noch eher cremesuppig sind verteile ich sie in Zick-Zack-Linien im ganzen Topf und achte darauf zwischendrin auch noch die Gießhöhe zu variieren. Je dünner der Strahl und je weniger ich mich an ein und derselben Stelle „aufhalte“ desto filigraner wird die Marmorierung später werden. Wenn alles wieder im Topf ist rühre ich nicht mehr um, damit sich die Farben nicht vermischen. Es sei denn die MAsse war schon angedickt und ich konnte sie dadurch nicht mehr über die ganze Fläche des Topfs verteilen, dann ist auch Umrühren erlaubt. Die marmorierte Seifenmasse wird dann in die Form gegossen. Bei einer Blockform kann man entweder „auf der Stelle gießen“ oder man wandert mit dem Seifengießstrahl von der einen in die andere Ecke der Form.
Damit lassen sich bei eher flüssiger Masse recht filigrane Marmorierungen erreichen. Ein paar Beispiele:

Und nicht zu vergessen der Goldene Oktober und die Cool Water Seife, ich glaube das waren 5 oder 6 verschiedene Farben.

Nicht zuletzt bekomme ich durch das Topf-Marmorieren auch erstmals schön marmorierte Einzelformenseifen hin:

Ist die Seife schon angedickt, wird vielleicht sogar gelig oder grießbreiig, ist aber trotzdem noch nichts verloren, die Marmorierung wird nur anders:

Diese beiden Seifen sind z.T. mit Lebensmittelfarben gefärbt, die ein wenig auslaufen und nicht so scharfe Konturen ergeben wie Kosmetikpigmente. Zusammen mit der etwas groberen Verteilung der Farben gibt das auch sehr schöne und wiederum ganz andere Effekte. Bei diesen beiden Seifen habe ich die Farben im Topf nochmal leicht vermischt. Es ist aber auch vorstellbar, je nach Verteilung, auch noch einmal in der Form mit dem Löffel durchzumarmorieren.

Trotz aller Technik und Übung ist es aber jedesmal wieder spannend und eine Überraschung wie die Stücke am Ende aussehen!

doppelt gemustert … macht mehr Spaß?

Ich habe wieder gesiedet und eine neue Einlegetechnik ausprobiert.
Schritt eins: Marmorierte Seife sieden, in Blockformen gießen.
Schritt zwei: Marmorierte Seife der Länge nach in Streifen schneiden.
Schritt drei: Einfarbige Seife sieden und marmorierte Seifenstreifen einbetten.
Voilà: Zwei Mustertechniken in einer Seife.

Das Einbetten funktioniert natürlich am optimalsten wenn der Seifenleim nicht mehr ganz flüssig ist sondern schon puddingartig.
Es wird aber auch ganz ordentlich wenn die Seifenmase unverschämt schnell andickt, die Seifensiederin versucht mit der Zugabe von Flüssigkeit entgegenzuwirken und die Seife aus Protest krisselig und apfelbreiartig wird.
Beweisstück Nummer eins:

Oh Wunder, es sind nur wenige kleine Löcher in der Seife!

Des Weiteren lässt sich das ganze Projekt auch einigermaßen bewerkstelligen wenn die Seifenmasse aus Repekt vor dem Andicken und wegen dauernder Flüssigkeitszugabe durch die Seifensiederin (da die Farbe nicht so wird wie gewünscht) viel zu flüssig verarbeitet wird. Die Seifensiederin hätte natürlich noch weiter rühren können … aber lässt man sich denn von so einer Seife auch noch auf deer Nase rumtanzen, wenn sie schon so mit der Farbe zickt!? Nein, dann geht es eben husch-husch in die Form.
Beweisstück Nummer zwei:

Die optimale Verarbeitungskonsistenz wird dann beim nächsten Mal in Angriff genommen!

Pünktchen und Anton

… habe ich nie gelesen, aber bei meiner Pünktchenseife ist mir dieser Buchtitel gleich eingefallen. Drum heißt sie nun so.
Leider ist sie nicht so ganz gelungen. Die Farbe gefällt mir nicht, sie sollte eigentlich strahlend gelb sein, eher so zitronen-sonnengelb. Nun ist sie leider irgendwie dunkel-schmutzig-gelb und ich habe auch den Eindruck, dass die Farbe auch schon anfängt zu verblassen. Aber die Pünktchen gefallen mir 🙂
Die Farbe ist übrigens die Pflanzenfarbe „Safran“. Und außerdem kommt es ja auch noch auf die inneren Werte an, oder nicht!?
Und die können sich sehen lassen: Verseiftes Reiskeimöl, Macadamianußöl, Palmöl, Kokosnussöl, Kakaobutter, Rizinusöl und Bienenwachs.